Donnerstag, 9. Februar 2012

Rand des Wahnsinns

Wer kennt dieses Gefühl in ein tiefes Loch zu fallen? Der Wind säuselt einem um die Ohren, man sieht das nicht endende schwarz unter sich und wartet auf den geschmeidig harten Aufprall am Ende des nerven vertilgenden Falles. In meiner jetzigen Situation kann ich mir nur wünschen dieses "harmlose" Gefühl zu erfahren. Ich fühle mich noch so viel verlorener.
Stellen wir uns folgendes Szenario vor. Der Fall ist vorüber. Ebenso die freudige Erkenntnis nie aufschlagen zu müssen, vom nun doch folgenden Aufprall sei gar nicht die Rede. Man hat sich inzwischen so weit aufgepäppelt um den Aufstieg über die spiegelglatte Außenwand  zu beginnen, das 30cm mal 50cm große Loch zu verlassen. Mittlerweile ist man relativ weit oben angekommen um festzustellen, dass irgend so ein Idiot das Loch mit einem überdimensionalen Gusseisendeckel verschlossen hat. Nun steckt man knapp unter diesem Deckel fest, hat keine Lust schwach zu sein, sich wieder fallen zu lassen. Man kämpft gegen das Gewicht des Deckels, kommt aber kein Stückchen voran.
So sehe ich mich unter diesem Deckel steckend, wenn ich versuche meine derzeitige Situation ganz rational von außen zu betrachten.
Wie sieht es aus wenn man die Situation, entgegen diesem Metapherschwachsinn so betrachtet wie sie wirklich ist? Ich habe Prüfungszeit. Eine Leichtigkeit. Wäre da nicht dieses Gefühl sein Leben durch den Wald zu tragen, um es dann in irgendeinen stinkenden Fuchsbau zu werfen. Warum grabe ich Gefühle aus, die vergessen sein sollten? Warum schaffe ich es nicht nach vorn zu sehen? Warum belüge ich niemanden außer mich selbst? Tausende ungeklärte Fragen schwärmen mir gerade durch den Kopf, wie der Delfin-Tunfisch-Mix (aus der Dose) vor seiner Vakuumverpackung die Meere durchschwärmte. Nicht eine Antwort finde ich darauf, nicht eine! Außer das mit dem Lügen. Ich bin Katholik und versuche wenigstens in großteilen meines Lebens strengen Moralvorstellung zu frönen.
"Steh' über den Dingen" hatte mal ein schlauer Mensch gesagt, welcher auch immer das gewesen sein soll. Wie soll man das anstellen? Ich bezweifle, dass Herr "über den Dingen" auch nur im Geringsten wusste was in einem Menschen vorgehen kann, als er seine Formel für Alles heraus schmetterte.
Drüber stehen, dass ich nicht lache. Stand Menelaos etwa über den Dingen, als er die griechischen Heere formierte und gegen Troja zog, "nur" weil Paris die schöne Helena entführt hatte? Ich glaube nicht. Standen die Japaner über den Dingen als die US Bomber die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki ab warfen? Ebenfalls nein.
Diese beiden Beispiele zeigen doch auf beeindruckende Weise, dass es nichts bringt irgendwo drüber zu stehen. Deswegen muss ganz schnell ein Masterplan her, wie ich meinen emotionalen Engpass überwinden kann. Denken, denken und denken sind die Devise. Dicht gefolgt vom handeln, am besten bevor ich an der Situation zerbreche. An dieser Stelle kann ich auch gleich das beste Beispiel für falsches Handeln anbringen; der Versuch mit seiner Faust durch wiederholte Gewalteinwirkung Stahlbeton zum bersten zu bringen führt einen nicht weiter. Auch wenn ihr jetzt sicher denkt, dass das vollkommen logisch ist, hätte mir das Wissen darüber die beiden gebrochenen Mittelhandknochen erspart. Dummheit ist unglücklicherweise etwas, das Kurzschlussreaktionen mit sich bringen.
An dieser Stelle tippe ich glatt ein fettes Dankeschön an meine beste Freundin (Danke J.) in die Weiten des Internets hinaus, ohne die es sicher nicht bei dieser kleinen Dummheit geblieben wäre.


Kennt ihr eigentlich Philipp Poisel? Ein sehr begnadeter Musiker. Ist das Werbung? Auf jeden Fall. Warum? Hört euch mal den Track "Eiserner Steg" an. So viel Wahrheit findet man so selten auf dieser Welt, zu selten. Außerdem ist das eine super Unterstützung beim bereuen seiner Fehler.
Jaja, ich bereue so viele Fehler die ich gemacht habe.






Auf bald, liebe Leser.

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