Sonntag, 15. April 2012

wechselhaft.

Es ist Sonntag. Zwei Tage nach Freitag dem dreizehntem scheint mich das Unglück erstmals zu treffen. Na gut, es ist nicht wirklich Unglück. Es ist nur...der Tag ist düster. Zu düster. Jedes mal wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich nur Regen. Keine zwitschernden Vögel, keine Spaziergänger, nichts. Nur Regen. Der Tag läuft an mir vorbei, wie auf Zehnspitze. Er ist zu leise um ihn wirklich wahr zu nehmen. Jede Sekunde schleicht der nächsten hinterher. Nur langsamer als gewöhnlich. Es ist kurz nach Mittag. Gefühlt aber schon halb sechs. Dieser bescheuerte Regen schafft es tatsächlich alle meine Pläne zu durchkreuzen. Selbst dran schuld, wenn ich nicht in der Lage bin meine Pläne mit diesen eigenartigen Wetterprognosen abzustimmen. Ach egal. Das triste Wetter soll nicht länger meine Stimmung blockieren.

-THEMENWECHSEL-

Ich hab kürzlich die Chance bekommen einen unglaublich inspirierenden Menschen näher kennen zu lernen. Besser gesagt, bin ich mittendrin. Das ist ja keine Sache von zehn Minuten oder so. Die Frage, die ich mir seit Beginn dieser Bekanntschaft stelle: Warum inspiriert mich gerade diese Person so intensiv? Ich glaube um auch nur annähernd eine Antwort auf diese Frage zu finden, müssen noch viele Sonnen und Monde ihren Platz am Himmel tauschen. Auf jeden Fall steckt irgendetwas magisches dahinter. Etwas, das mich tatsächlich wieder zum schreiben anregt. Nicht nur hier in meinem Blog. Ich taste mich langsam wieder an die früher so geliebte Lyrik heran.

-THEMENWECHSEL-

Ein komisches Gefühl. Es ist ein komisches Gefühl wenn man da sitzt und sich den Kopf darüber zerbricht, was man anderen Menschen von sich selbst mitteilen soll. Dieser Wechsel von monotonen Tastenklängen und Stille. Diese Stille macht mich verrückt. Ich weiß nicht wo mir der Kopf steht.

-THEMENWECHSEL-

Meine Gedanken schweifen ab. Ich stecke schon wieder mitten in der goldenen Frage. Warum habe ich das Gefühl, dass ich so durch diesen "neuen Menschen" beeinflusst werde? Es wird sich mir nicht offenbaren, noch nicht jetzt. Später, viel später. Geduld, Ruhe und ein freier Geist sind des Rätsels Lösung. Ich sollte nicht mehr darüber nachdenken. Ich sollte einfach dankbar für diese "neue Möglichkeit" sein.

-THEMENWECHSEL-

Stille. Um mich herum und in meinem Kopf. Einen Tee, genau das brauche ich jetzt.

Auf bald, liebe Leser.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Zwischen den Tagen

Die Welt fliegt an mir vorbei. Bäume, Menschen, das Eis zugefrorener Pfützen und kleiner Bäche. Meine Augen schließen sich; Müdigkeit...
...ich sitze im Zug, draußen, vor dem Fenster fliegt der Wald vorbei, hin und wieder ein wenig Dreck, den einer der Bewohner der Kleingartenanlagen auf die Gleise geworfen hat. Verlassene Industrieanlagen. Der Glasformenbau Radeberg. Die Strecke von Dresden ins beinah benachbarte Bautzen ist immer wieder eine Augenweide. Die unangenehmste Klimaanlage der Welt, installiert in jedem DB-Zug und Made in Germany, zwingt mich wie immer die Augen zu schließen.
Die Suche nach einer sinnvollen Nebenbeschäftigung und der Kampf gegen die sich schließenden Augen lässt mein Gesicht scheinbar so "gefährlich" aussehen, dass keine der Personen neben mir auch nur einen Blick auf mich riskiert. So kann ich die wenigstens unbemerkt beobachten. Interessante Statistik; 12 besetzte Sitze, aber nur 2 Erwachsenen und 1,393 Kinder. Eine Durchschnittsfamilie. Durchschnittlich ist auch die Lebensgeschichte der älteren Dame die mir gegenüber sitzt. Ist es eigentlich normal, dass jede älter Frau, die ich einfach nur aus Anstand anlächle, sofort alle Register zieht, um mir zu erklären wie toll ihr am 18.07.1996 verstorbener Mann Wolfgang Peter Wilhelm Schmidt doch war, wie gut ihr mein Shirt gefällt und dass ihr Enkel zufällig genau so eins besitzt? Wenigstens ist die Gute mit einem gelegentlichen "Ach wirklich?" und beiläufigem Gelächter zufrieden. Mir fällt auf, ich kenne gar nicht ihren Namen; fragen wir nach...Claudia. 
Die Zugfahrt ist weitestgehend uninteressant. Blicken wir zurück auf die Vergangenheit...

-ZEITSPRUNG-

...Vergangeheit ist so unspektakulär wie bereits gegessene Kekse. Allerdings gab es am heutigem Abend noch die ein oder andere Besonderheit. Ich war essen. Nicht bei einem renommierten Fastfood-Restaurant, dessen Salat immer frisch und dessen Kühe immer glücklich sind. Auch nicht in so einem schicki-micki Restaurant. Es war das familiäre Stamm-Restaurant. Gut und bürgerlich. Nicht so spektakulär, ich weiß.
Allerdings hatte es das Erlebte dort in sich. Kurz vor dem Ende des Abends, nach der dritten Runde ausgegrabener Schnäpse, ich selbst trank keinen, file mir am Nachbartisch ein etwas fülligerer und etwas lauterer Herr auf. Ich nenne ihn mal "den Geschichtenerzähler". Eben dieser Herr zerstörte, leider Gottes, mein bisheriges Bild vom auf einer Decke sitzenden, abgemagerten und allwissenden Geschichtenerzähler aus dem Orient. Er erzählte also seine Lebensgeschichte und machte weder Halt vor dem Krieg, noch vor seiner sich selbst abtötenden Schilddrüse oder einem heiteren "Ich rücke in meiner Partei in die engere Auswahl für den Landtag". Aber die spannendste Geschichte war doch die vom gerettetem Reh. Glaubt man seinen Worten, durchlebte er die wohl herzzerreißendste Wiederbelebung eines angefahrenen Rehs in der Geschichte der Menschheit. Dummerweise wurde er kurz darauf aufgrund Erregung öffentlichen Ärgernis kurz darauf von der Polizei abgeführt. Aber der Eindruck bleibt, er ist ein Held-Herausforderung "Reh-Reanimation" akzeptiert.
Titel des nächsten Eintrags; "Wie ich das Reh rettete!".

Auf bald, liebe Leser.
 

Donnerstag, 9. Februar 2012

Rand des Wahnsinns

Wer kennt dieses Gefühl in ein tiefes Loch zu fallen? Der Wind säuselt einem um die Ohren, man sieht das nicht endende schwarz unter sich und wartet auf den geschmeidig harten Aufprall am Ende des nerven vertilgenden Falles. In meiner jetzigen Situation kann ich mir nur wünschen dieses "harmlose" Gefühl zu erfahren. Ich fühle mich noch so viel verlorener.
Stellen wir uns folgendes Szenario vor. Der Fall ist vorüber. Ebenso die freudige Erkenntnis nie aufschlagen zu müssen, vom nun doch folgenden Aufprall sei gar nicht die Rede. Man hat sich inzwischen so weit aufgepäppelt um den Aufstieg über die spiegelglatte Außenwand  zu beginnen, das 30cm mal 50cm große Loch zu verlassen. Mittlerweile ist man relativ weit oben angekommen um festzustellen, dass irgend so ein Idiot das Loch mit einem überdimensionalen Gusseisendeckel verschlossen hat. Nun steckt man knapp unter diesem Deckel fest, hat keine Lust schwach zu sein, sich wieder fallen zu lassen. Man kämpft gegen das Gewicht des Deckels, kommt aber kein Stückchen voran.
So sehe ich mich unter diesem Deckel steckend, wenn ich versuche meine derzeitige Situation ganz rational von außen zu betrachten.
Wie sieht es aus wenn man die Situation, entgegen diesem Metapherschwachsinn so betrachtet wie sie wirklich ist? Ich habe Prüfungszeit. Eine Leichtigkeit. Wäre da nicht dieses Gefühl sein Leben durch den Wald zu tragen, um es dann in irgendeinen stinkenden Fuchsbau zu werfen. Warum grabe ich Gefühle aus, die vergessen sein sollten? Warum schaffe ich es nicht nach vorn zu sehen? Warum belüge ich niemanden außer mich selbst? Tausende ungeklärte Fragen schwärmen mir gerade durch den Kopf, wie der Delfin-Tunfisch-Mix (aus der Dose) vor seiner Vakuumverpackung die Meere durchschwärmte. Nicht eine Antwort finde ich darauf, nicht eine! Außer das mit dem Lügen. Ich bin Katholik und versuche wenigstens in großteilen meines Lebens strengen Moralvorstellung zu frönen.
"Steh' über den Dingen" hatte mal ein schlauer Mensch gesagt, welcher auch immer das gewesen sein soll. Wie soll man das anstellen? Ich bezweifle, dass Herr "über den Dingen" auch nur im Geringsten wusste was in einem Menschen vorgehen kann, als er seine Formel für Alles heraus schmetterte.
Drüber stehen, dass ich nicht lache. Stand Menelaos etwa über den Dingen, als er die griechischen Heere formierte und gegen Troja zog, "nur" weil Paris die schöne Helena entführt hatte? Ich glaube nicht. Standen die Japaner über den Dingen als die US Bomber die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki ab warfen? Ebenfalls nein.
Diese beiden Beispiele zeigen doch auf beeindruckende Weise, dass es nichts bringt irgendwo drüber zu stehen. Deswegen muss ganz schnell ein Masterplan her, wie ich meinen emotionalen Engpass überwinden kann. Denken, denken und denken sind die Devise. Dicht gefolgt vom handeln, am besten bevor ich an der Situation zerbreche. An dieser Stelle kann ich auch gleich das beste Beispiel für falsches Handeln anbringen; der Versuch mit seiner Faust durch wiederholte Gewalteinwirkung Stahlbeton zum bersten zu bringen führt einen nicht weiter. Auch wenn ihr jetzt sicher denkt, dass das vollkommen logisch ist, hätte mir das Wissen darüber die beiden gebrochenen Mittelhandknochen erspart. Dummheit ist unglücklicherweise etwas, das Kurzschlussreaktionen mit sich bringen.
An dieser Stelle tippe ich glatt ein fettes Dankeschön an meine beste Freundin (Danke J.) in die Weiten des Internets hinaus, ohne die es sicher nicht bei dieser kleinen Dummheit geblieben wäre.


Kennt ihr eigentlich Philipp Poisel? Ein sehr begnadeter Musiker. Ist das Werbung? Auf jeden Fall. Warum? Hört euch mal den Track "Eiserner Steg" an. So viel Wahrheit findet man so selten auf dieser Welt, zu selten. Außerdem ist das eine super Unterstützung beim bereuen seiner Fehler.
Jaja, ich bereue so viele Fehler die ich gemacht habe.






Auf bald, liebe Leser.